Studenten ziehen in ehemalige US-Kaserne

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Lange haben die geheimen Verhandlungen gedauert, gestern Abend gab Bambergs Stadtrat endlich den neuesten Vorstoß zur Linderung der Wohnungsknappheit im Stadtgebiet bekannt. Wie ein Sprecher mitteilte, werde es zu einer kurzfristigen Teilöffnung des sog. Balkanzentrums zugunsten von Studierenden kommen. „Hierbei handelt es sich um einen Modellversuch“, teilte der Sprecher mit.

Diese Bevölkerungsgruppe hat bekanntlich ausgesprochen geringe Ansprüche an Wohnräume und neigt dazu, nur kurzfristige Mietverhältnisse einzugehen. Aus unserer Sicht sind diese Eigenschaften optimal für ein derartiges Gentrifizierungsprojekt in Zusammenarbeit mit unseren Partnern von der BIMA und dem BAMF.

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Möglich wurde das Vorhaben erst, nachdem das Bundesamt für Migration vor einigen Wochen erklärte, dass es offenbar klare Diskrepanzen zwischen dem mittelfristigen Bedarf an Unterbringungsmöglichkeiten und den tatsächlichen Kapazitäten im Balkanzentrum Bamberg gebe. „Selbstverständlich können wir nicht vorhersagen, inwiefern unser Bedarf in Zukunft wieder steigen wird. Dennoch spricht aus unserer Sicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts gegen eine kurzzeitige Zwischennutzung seitens der Stadt Bamberg“, erklärte Horst Varmpiczs vom BAMF. „Die Not scheint hier sehr groß und da helfen wir selbstverständlich gerne.“

Um die Abläufe im Balkanzentrum nicht zu gefährden, werden die Studierenden laut aktueller Planung in gemischten Unterkünften mit den gegenwärtigen Bewohnern untergebracht.

Diese Maßnahme soll die gegenseitige Integration fördern und den kulturellen Austausch dienen,

so Varmpiczs. „Studierenden, die sich nebenher etwas dazu verdienen wollen, stehen zudem Tätigkeiten im Bereich Facility Management zur Verfügung.“ Kosten für einen Schlafplatz inklusive morgendlichem Weckdienst durch das Wachpersonal werden angepasst an den Bamberger Wohnungsmarkt vermutlich zwischen 300 und 500 Euro Kaltmiete betragen.

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Sollte das Pilotprojekt sich als erfolgreich erweisen, stehe die Stadt einer Erweiterung des Angebots für weitere Gruppen Wohnungssuchender in Bamberg durchaus offen gegenüber, wie der städtische Sprecher verkünden ließ.

Einzig Hassan Kepetry von der AFD-Stadtratsfraktion kritisierte in einer Erklärung derartige Zukunftspläne. „Ich halte dieses Vorhaben für unverantwortlich. Wie zahlreiche Gutachten belegen, sind die Wohneinheiten und das Freigelände auf dem betroffenen Areal mit gesundheitsschädlichen Substanzen belastet. Vor allem für Familien mit kleinen Kindern wäre das untragbar. Außerdem ist doch hinlänglich bekannt, dass Studentenwohnheime die reinsten Petrischalen sind – So etwas kann man doch keinem Menschen zumuten.“

3 Kommentare

  1. Kurz vor Semesteranfang, der Wohnungsmarkt glüht und du hast die Eier einen Aprilscherz zur für Studenten abstrusen Situation in der Kaserne zu machen. Lieber Andreas ich hoffe für dich, dass du nie die Probleme hast eine Wohnung zu finden, die viele Erstis haben und falls doch kannst du vielleicht in Selbstironie über deinen Artikel lachen.

    • Lieber Karl,

      über Geschmack lässt sich freilich streiten. Bei dem Beitrag zum ersten April handelt es sich nunmal um Satire. Und aus der Natur der Sache heraus, gefällt Satire nicht jedem.

      In der härtest möglichsten Form wurde das in einem Vorfall deutlich, als dessen Folge der berührende Satz “Je suis Charlie” die Welt prägt.